20. August 2015

Ein Plastikmonster reist durch Österreich

Graz
© Greenpeace
Wie auch in den letzten Jahren gab es heuer wieder eine Infostände-Tour durch die meisten Landeshauptstädte Österreichs. Dieses Mal wurde sie allein von den Freiwilligen getragen und organisiert. Eine abgespeckte Version, versteht sich, aber natürlich trotzdem toll und effektiv.
Wir haben uns mit den Teams quer durch Österreich abgesprochen, Schlafplätze und Materialien vor Ort bereitzustellen, denn schließlich haben wir überall Ressourcen vor Ort, die wir aufzeigen und nutzen wollten. So konnte die Tour zum Thema Wegwerfplastik starten.

Am Sonntag Abend ging es endlich los, voll bepackt zum Bahnhof (Banner und Stangen, Petitionen und Flyer, Kapperl und Regenjacken,… – das selbst gebastelte Müllmonster war schon voraus gereist).

Linz
© Greenpeace

Vom 10. bis 17. August standen wir dann jeden Tag in einer neuen Stadt auf der Straße, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen ihre Taschen, „Sackerl“ mehr als einmal zu verwenden, Petitions-Unterschriften zu sammeln (für weniger Plastikverpackungen, ein Aus für Gratis-Plastiksackerl in den Läden, und gegen Mikroplastik in Hygiene-Artikel) und auch die verschiedenen Ladenketten ein bisschen nervös zu machen. Jede Stadt war dabei anders und es war sehr spannend die unterschiedlichen Charaktere der Landeshauptstädte zu erleben. Zu sehen, wie verschieden die Menschen auf unser grandioses Plastikmonster reagieren.

Salzburg
© Greenpeace

Innsbruck
© Greenpeace

Die Grazer waren recht interessiert und ließen sich gerne ansprechen, die Linzer und die Wiener waren da schon schwieriger zum Stehenbleiben und Zuhören zu bewegen, aber mit Hilfe der Banner mit den eindeutigen Botschaften, unseres Monsters und viel Motivation schafften wir es auch in diesen Städten mitzuteilen, warum wir hier auf der Straße stehen. Und wir trafen viele Leute die begeistert waren von dieser Kampagne.

Bregenz
© Greenpeace

In Salzburg dann war unser Monster nicht ganz so beliebt, dafür hatte hier ein Großteil der Menschen schon eine Stofftasche bei jedem Einkauf bei sich. In Innsbruck waren wir recht viele Freiwillige und machten am Stand etwas mehr Blödsinn, Spaß und Gaudi. Wir gingen es die zwei Tage etwas lockerer an und erreichten trotz oder dank dem viele Einkäufer/Konsumenten. Das Müllmonster hatte dann am Samstag in Bregenz seinen großen Tag, wurde zum Star und zur Touristenattraktion. Schlussendlich in Wien stellten wir uns dem schlechteren Wetter und den Menschenmassen auf der Mariahilfer Straße, wurden dafür aber auch mit den meisten Unterschriften am Tag belohnt.
Die Manager*innen der Superläden hingegen reichten von panisch-aggressiv über beinahe lächerlich, bis hin zu professionell und verständnisvoll freundlich.

Wien
© Greenpeace

Alles in allem war es eine schöne Tour, wir kamen in Kontakt mit vielen Menschen, haben uns unter einander kennen gelernt, manchmal zwar recht hart geschlafen und kalt geduscht, aber alle Ziele erreicht und viel Freude gehabt (und Schweiß, es war echt heiß).
Es war in jedem Fall ein tolles Erlebnis, das ich nicht missen mag.

2. August 2015

Zigaretten-Sammeln im Votivpark

Nach unseren Erfahrungen aus dem Waldmüllerpark waren wir auf ein stinkendes Sammelergebnis vorbereitet. Doch was sich im Gras des Sigmund-Freud-Parks an der Votivkirche verbarg, übertraf unsere Erwartungen. Zentral gelegen, touristisch stark besucht und als grüne Oase von Anwohnern und Studenten gern genutzt, wird der Park von der Stadtreinigung gut umsorgt. Doch die Zigarettenstummel bleiben dabei unbeachtet liegen.

Die "Ausbeute" aus dem Waldmüllerpark
© Greenpeace Team Wien

Heute präsentierten wir unsere Ergebnisse vom Waldmüllerpark (ca. 8000 Zigarettenfilter) und machten uns gleichzeitig daran, die zentrale Wiese des Sigmund-Freud-Parks von den Stummeln zu befreien. In fünf Stunden kamen wir leider nicht sehr weit, da die Menge an Filtern das Vorankommen enorm verlangsamten.

Auf dem ersten Blick ein sauberer Park
© Greenpeace Team Wien

Letztendlich schafften wir nur etwa die Hälfte der Wiese zu dekontaminieren. Die Menge des gesammelten Restmülls war dabei relativ gering und ließ sich in einem öffentlichen Mülleimer entsorgen. Der Berg an gesammelten Zigarettenfiltern jedoch wuchs und wuchs.

Alle paar Zentimeter ein Zigarettenstummel
© Greenpeace Team Wien

Nach einer groben Schätzung kamen am Ende etwa 15.000 Stummel zusammen. Auf der gereinigten Fläche von knapp 2.500 Quadratmetern (ungefähr ein Zehntel des Parks) macht das 6 Filter pro Quadratmeter. Auf dieser Wiese gibt es keinen freien Fleck, auf dem man nicht auf Zigarettenfiltern sitzt.

Eindrucksvolle Sammlung
© Greenpeace Team Wien

© Greenpeace Team Wien

Die Frage, die hin und wieder aufkommt, ist: Was kann man dagegen tun? Die Antwort ist jedoch simpel: Raucher, werft keine Tschickstummel auf die Wiese! Nehmt sie einfach mit zum nächsten Mülleimer. Leider mussten wir feststellen, dass es um die Wiese keine Mülleimer mit Ascherohr gibt. Die Wiener Straßenreinigung wurde diesbezüglich bereits kontaktiert.

Nachtrag: Unsere Anfrage an die Städtischen Gärten wurde positiv und schnell bearbeitet. Inzwischen sind rund um die Wiese Ascherohre angebracht. Wir rufen die Raucher dazu auf, diese auch zu benutzen. Danke.