23. Oktober 2014

Greenwashing der Ölkonzerne

Unter „Greenwashing“ versteht man das Bestreben von Firmen, sich um ein ökologisches Image zu bemühen und nach außen umweltfreundlich zu wirken, um vom eigenen umweltschädlichen Verhalten abzulenken. Die von Greenpeace wegen ihrer Arktis-Ölbohrungspläne kritisierten Konzerne Shell und Gazprom verstehen dieses Handwerk besonders gut. Gazprom, der erste Konzern, der 2013 begonnen hat, in der Arktischen See nach Öl zu bohren und für zahllose Ölunfälle in Russland verantwortlich ist, tritt zum Beispiel gern als Großsponsor bei Sportveranstaltungen (z.B. Champions League) auf.

Auch Shell plant, im kommenden Jahr seine Pläne für Ölförderung in der Arktis wieder aufzurollen. In einer großangelegten Kampagne ging Greenpeace kürzlich gegen die Greenwashing-Kooperation von Shell mit Lego vor. Jahrelang durfte Shell sein Logo auf Legosteine drucken und sogar Lego-Ölplattformen verkaufen. Dies sollte nicht nur ein sauberes Image für den Ölkonzern erwirken, sondern bereits bei Kindern ein positives Gefühl hervorrufen.



Weltweit demonstrierten kleine Lego-Aktivisten gegen Shell und für den Schutz der Arktis. Auch die Freiwilligen-Teams in Österreich beteiligten sich an der Aktion und bauten Protestszenen aus Lego. Vor dem Prater-Riesenrad und einer Shell-Tankstelle enterten Lego-Greenpeace-Aktivisten mit „Save the Arctic“-Bannern einen Lego-Shell-Tanker.

© Georg Mayer / Greenpeace

Durch den Druck der Öffentlichkeit lenkte Lego schließlich ein und beendete seine Kooperation mit Shell. Das ist ein großer Erfolg für die Arktis-Kampagne und gegen das Greenwashing von Shell.

20. Oktober 2014

IceRide 2014 in Wien

Eisbären, die auf Tandems fuhren, Fahrräder, die als Polarfüchse dekoriert waren, und ein Meer aus weißen Luftballons, das sich durch Wien bewegte: Das war der Iceride 2014.

Mehr als 600 Menschen fanden sich am Samstag, den 04. Oktober, am Wiener Heldenplatz ein, um auf ihren Fahrrädern für den Schutz der Arktis zu demonstrieren. Gemeinsam bildeten sie einen langen Menschenzug, der sich auf den Weg über die Prater Hauptallee und die Ringstraße machte, und schließlich am Schwarzenbergplatz endete. Aus mit Boxen bestückten Fahrradanhängern schallten die Klänge der Beatles und diese fröhliche Atmosphäre sprang auch auf Anwohner über, die aus ihren Fenstern dem Iceride zuwinkten. Es gab dabei prominente Unterstützung in Form des österreichischen Schauspielers und Kabarettisten Werner Brix, der beim Iceride mitradelte.

Gruppenfoto auf der Prater-Hauptallee
© Arnold Poeschl / Greenpeace

Neben Wien gab es Aktionen in Graz und Innsbruck. Weltweit fand der Iceride in über 150 Städten in mehr als 30 Ländern statt. Gemeinsam setzt sich diese globale Bewegung für die Errichtung eines Schutzgebiets in der Arktis ein. Dieser einzigartige Lebensraum ist zum einen durch die Klimaerwärmung in Gefahr, die die Eisschichten am Nordpol Jahr für Jahr weiter schmelzen lässt. Zum anderen droht dieses wunderbare Ökosystem jetzt und heute den Interessen der Erdölindustrie zum Opfer zu fallen, die begonnen hat in der Arktis nach Öl zu bohren. Durch ihre veralteten Förderwerkzeuge und die widrigen Bedingungen am Nordpol nimmt sie dabei das Risiko katastrophaler Ölunfälle billigend in Kauf. Eine solche Ölpest hätte fatale Auswirkungen auf Tierarten, wie Eisbären oder Walrosse, und auch auf die zahlreichen Inuit, die in der Arktis leben. Um diesen Lebensraum mit all seinen tierischen und menschlichen Bewohnern zu erhalten, setzt sich Greenpeace deshalb für ein Schutzgebiet ein, in dem Ölbohrungen und industrielle Fischerei verboten sind.

© Arnold Poeschl / Greenpeace

Helfe uns die Arktis zu retten und unterschreibe unsere Petition auf www.savethearctic.org.

7. Oktober 2014

Müllsammelaktion im Waldmüllerpark

Der Waldmüllerpark am nördlichen Rand des 10. Bezirks ist einer der vielen, mittelgroßen, ganz normalen Stadtteilparks in Wien. Abgesehen von seiner Geschichte - hier waren unter anderem der namensgebende Maler sowie Ludwig van Beethovens Bruder Johann begraben - unterscheidet er sich nicht wesentlich von anderen Grünanlagen: Bäume, Büsche, Rasenflächen, Spielplätze, Zigarettenstummel, Restmüll.

Die Zigarettenstummel verstecken sich im Gras
© Friederike Schlumm / Greenpeace

Am 20. September hat das Team Wien diesen Park nahezu restlos von dem hier in letzter Zeit deponierten Müll befreit. In acht Stunden füllten wir zwei 90-Litersäcke mit Dosen, Plastikresten, Textilien, etc. und sammelten einige tausend Tschicküberbleibsel. Die allermeisten der Stummel waren bereits mehrfach mit Regen in Berührung gekommen, so dass häufig nur noch ein zerfledderter Rest des Filters übrig war. In jedem dieser Stummel steckten einmal etwa 4000 chemische Substanzen. Durch den Kontakt mit Wasser befinden sich diese inzwischen zu einem guten Teil im Boden des Waldmüllerparks. Wären sie nicht exhumiert und neu begraben worden, hätten Waldmüller und Beethoven guten Grund, sich im Grabe umzudrehen.

Ein Plan des Parks hilft uns dabei, den Überblick zu behalten.
© Friederike Schlumm / Greenpeace

Es stinkt im Beachvolleyballfeld...
© Jörg Jozwiak / Greenpeace

Unzählige Parks in Wien, Österreich, Europa und der ganzen Welt sehen ähnlich aus wie der Waldmüllerpark, dazu kommen Straßen, Wege, öffentliche Plätze. Allein in Wien sollen laut MA 48 jedes Jahr 860 Millionen (!) Zigaretten so entsorgt werden. Dabei würden die Inhaltsstoffe der Tschick eine Klassifikation als Sondermüll rechtfertigen! Der deutsche BUND spricht davon, dass eine Zigarette 40 Liter Wasser vergiftet. Das Team Wien plant diesem Missstand weitere Aufmerksamkeit zu schenken und in Zukunft mit Aktionen auf diese leicht vermeidbare Verschmutzung hinzuweisen.

korrigiertes Werk Waldmüllers
© Greenpeace Team Wien

PS: Sehr gefreut hat uns bei der Sammelaktion, dass uns ein paar Kinder freiwillig helfen wollten und dass sich einige Erwachsene für unseren Einsatz bedankt haben!

Das ist nur ein Teil der gesammelten Zigarettenstummel!
© Jörg Jozwiak / Greenpeace

Am 20.09.14 war übrigens International Coastal Cleanup Day, also genau der richtige Tag um (auch ohne Küste) die eigene Stadt ein bisschen sauberer zu machen.
© Christoph Braunisch / Greenpeace

1. Oktober 2014

Climate March

In den großen Medien waren am Montag, dem 22.09, News zum Klimawandel zu lesen. Konkret zum PeoplesClimate March, welcher am Tag zuvor anlässlich des Klimagipfels in über 160 Ländern weltweit stattfand.

Besonders hervorgehoben wurde die Hauptkundgebung in New York City mit einer Demonstrationslänge von über 1,5 Kilometern und prominenten Gästen wie Al Gore oder Ban Ki-moon. Doch auch in Wien gab es eine Demonstration. Auch wir vom Greenpeace Freiwilligen Team Wien nahmen daran teil und versuchten mit Bannern auf den notwendigen Schutz der Arktis aufmerksam zu machen.

Erneuerbare Energien statt arktisches Öl!
© Rachel Lopes / Greenpeace

Die Arktis ist ein wichtiges Ökosystem und die Reflexionsfläche des arktischen Eises ist ein essenzieller Faktor in der Klimathematik. Um unser Ziel, eine Schutzzone für die Arktis, zu erreichen haben wir auch schon weltweit über 6 Millionen Unterschriften gesammelt.

Werde Teil der Bewegung und unterschreibe unsere Petition unter: www.savethearctic.org

© Rachel Lopes / Greenpeace

23. September 2014

The Ocean Cleanup

Die Zahl ist unvorstellbar groß: 10 Millionen Tonnen Müll landen jährlich in unseren Meeren. Allein 75% davon sind Kunststoffe. Diese zersetzen sich, wie jeder weiß, nur sehr langsam und überdauern durchaus mehr als ein Menschenleben. So nimmt die Anzahl der Plastikteile stetig zu und sammelt sich aufgrund von Meeresströmungen in riesigen Müllinseln an, der „Great Pacific Garbage Patch“ ist nur einer davon. Anstatt zu verrotten zerfällt Plastik in immer kleinere Bruchstücke bis hin zum sogenannten Mikroplastik. Stellenweise findet man mehr Mikroplastik als Plankton im Wasser. Das wird dann von Planktonfressern aufgenommen und reichert sich in deren Körpern an.

Der wichtigste Schritt ist natürlich, die Verschmutzung zu stoppen und zu verhindern, dass neuer Abfall in die Meere gelangt. Was aber tut man mit den Massen an Müll, die bereits in unseren Ozeanen herumschwimmen? Viele Lösungsansätze wurden diskutiert. Meistens ging es darum, mit Schiffen die Meere abzufahren und wie beim Fischfang mit Netzen nach Müll zu fischen. Das ist nicht nur mühsam und aufwendig, da sich der Müll bewegt und man alle Flächen wiederkehrend reinigen müsste. Netze würden kein Mikroplastik aufnehmen können, dafür aber durch Beifang die tierischen Meeresbewohner stärker gefährden als der Müll selbst.

Boyan Slat mit Meeresplastik
© The Ocean Cleanup

Vor zwei Jahren hat der damals 17-jährige Niederländer Boyan Slat sein Konzept für ein Projekt vorgestellt, dass genau diese Probleme bewältigen soll. Es basiert auf den natürlichen Meeresströmungen, die die Müllmassen fortwährend im Kreis treiben. Die Idee: Eine stationäre Plattform soll mit Hilfe einer Barriere den vorbeischwimmenden Müll zunächst konzentrieren und dann entfernen. Da die Barriere solide ist und keine Netze eingesetzt werden, können sich keine Tiere darin verfangen. Die schwimmende Barriere muss nur wenige Meter in die Tiefe ragen, da der meiste Müll passiv an der Oberfläche schwimmt, während Plankton und andere Lebewesen der Strömung unter der Barriere hindurch folgen.

Das Konzept klingt so simpel wie genial, aber ist das wirklich möglich? Das haben Boyan und ein wachsendes Team von Helfern zusammen mit Spezialisten wie Ökologen, Materialwissenschaftlern, Ingenieuren und Finanzspezialisten in den letzten Jahren untersucht und ihre Erkenntnisse in einer ausführlichen „Feasibility Study“ veröffentlicht. Das Ergebnis: Ja, es ist machbar, technisch möglich und sogar wirtschaftlich. Aus unseren Meeren lässt sich wertvoller Rohstoff in Form von Plastikmüll extrahieren.


Kürzlich hat „The Ocean Cleanup“ durch Crowdfunding die finanziellen Mittel für die nächste Phase des Projekts zusammenbekommen. Ein großangelegter Test soll die Ergebnisse der Feasibility Study bestätigen und letzte Untersuchungen ermöglichen, bevor die erste Plattform in voller Größe installiert werden soll. Wenn es soweit ist, soll die Konstruktion in der Lage sein, den Great Pacific Garbage Patch in nur fünf Jahren vollständig zu säubern. Es bleibt spannend.

4. September 2014

Tiger-Tour 2014

Retten den Regenwald!
... oder auch: Wieso haben wir immer Pech mit dem Wetter?

Greenpeace ist zum Schutz des Indonesisischen Regenwaldes, welcher durch Brandrodungen für den Anbau von Ölpalmen massiv bedroht wird, durch ganz Österreich getourt. Zusammen mit den Freiwilligen aus den anderen Bundesländern haben wir vom Team Wien die Tour begleitet und die Menschen über deie Kampagne informiert. Wir sind Anfang Juli in Wien gestartet um Ende August in Villach die Zielgerade zu durchlaufen. Dazwischen haben wir auch Graz, Innsbruck und auch Bregenz besucht.

Die Tiger-Tour in Wien
© Karla Fach / Greenpeace

Insgesamt haben wir mehr als 14 Tage auf der Straße verbracht um die Leute auf die Gefährdung des Regenwaldes in Indonesien aufmerksam zu machen und Petitionen zu sammeln. Und obwohl es keinen Tourstop ohne mindestens einen Regentag gab, war die Tour ein voller Erfolg. Durch unseren überlebensgroßen Tigerkopf waren wir weithin sichbar, denn die Botschaft die wir verbreiten ist eine wichtige: Der Regenwald wird brandgerodet um auf den so neu entstandenen Flächen Ölpalmen anzubauen die für die Produktion von Palmöl benötigt werden. Dieses findet sich in vielen unserer alltäglichen Produkte wieder. Die damit verbundene Zerstörung des Regenwaldes ist in vieler Hinsicht tragisch ist. Wälder nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und geben Sauerstoff wieder ab, und ganz nebenbei sind sie artenreiche und wertvolle Lebensräume dieses Planetens. Dabei ist den Regenwald zu beschützen ist eine einfache und dabei eine der wirkvollsten Methoden um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Tiger dich rein und unterschreibe auch Du unsere Petition!

28. August 2014

Rettet die Kakapos!

© Brent Barrett
Flickr (CC BY-SA 2.0)
Es gibt viele einzigartige Lebensräume und Lebewesen, die Inseln Neuseelands auf der anderen unseres Planeten gehören zu den ganz besonderen. Hier haben sich viele Tierarten ohne die Anwesenheit von Räubern entwickelt, wodurch zum Beispiel flugunfähige Vögel wie der Kiwi und der Kakapo entstanden sind. Letztere sind nicht nur wegen ihres im Deutschen so lustigen Namens interessant.


Der Kakapo ist der größte Papagei der Erde, hat ein grün-braunes Gefieder und ist akut vom Aussterben bedroht. Er ist perfekt an seinen Lebensraum angepasst, auch wenn er deshalb einige Verhaltensweisen an den Tag legt, die auf dem ersten Blick sinnlos erscheinen. So ist beispielsweise seine Fortpflanzungsstrategie darauf ausgelegt, wenig erfolgreich zu sein, um die Population in den begrenzten Ressourcen einer Insel unter Kontrolle zu halten. Der Kakapo reagiert auf Gefahren und unbekannte Situationen mit ruhigem Abwarten. Ein Verhalten, das ihm zum Verhängnis wurde, als der Mensch mit Hund und Katz im Gepäck in sein Territorium eingedrungen ist. So kam es, dass sein Bestand in den 70er Jahren auf rund 50 Tiere dezimiert wurde, bevor man angefangen hat, sich aktiv für seine Erhaltung einzusetzen.

Heute gibt es 127 Kakapos (Stand: September 2014). Die Kakapo Recovery ist eine Organisation, die sich mit freiwilligem Engagement und viel Herzblut für die Erhaltung dieser tollen Tiere einsetzt. Um ihre großartige Arbeit zu unterstützen, haben wir Anfang des Jahres unser Kleingeld zusammengelegt und zwei Kakapos symbolisch adoptiert:

  • Bluster-Murphy: Dieser 5 Jahre alte Kakapo wurde nach der stürmischen (engl. blustery) Nacht benannt, in der er geschlüpft ist. Als Küken wurde er von einem Kakapo-Männchen attackiert, wobei er zwei Zehen verloren hat. Der Tierarzt Dr. Murphy hat ihm das Leben gerettet, woraufhin Bluster seinen zweiten Namen bekam.
  • Waikawa: Vor etwa 3 Jahren ist Waikawa als erstes Küken aus einem künstlich bebrüteten Ei geschlüpft. Der Name bezeichnet eine Maori-Siedlung in einem Gebiet, das reich an Bodenschätzen ist.
Plüsch-Kakapo
© Greenpeace Team Wien
Wer mehr über Kakapos erfahren möchte, dem seien das Buch „Die letzten ihrer Art“ von Douglas Adams, sowie die Homepage der Kakapo Recovery und ihre gut gepflegte Facebook-Seite ans Herz gelegt. Dort erfahrt ihr auch, wie ihr euch am Schutz dieser lustigen Vögel beteiligen könnt.

8. August 2014

Willkommen

Wir sind das Wiener Freiwilligen-Team von Greenpeace. Auf diesem Blog werden wir künftig über unsere Arbeit informieren. Die Seite befindet sich noch im Aufbau, wird aber schon bald mit Inhalten gefüllt werden.