1. Dezember 2016

Veganes Backen zur Weihnachtszeit

Wir haben für euch ein veganes Zimtstern-Rezept getestet und für gut befunden. Hier sind die Details:


  • ~250g gemahlene Nüsse (wir nehmen Haselnüsse und Mandeln)
  • 100g Puderzucker
  • 1EL Zimt
  • 1/2EL Zitronensaft
  • 1/2EL Rum
  • 2EL Wasser
  • + Puderzucker, Zitrone und Wasser für Zuckerguss
Alles zusammenmischen und mit den Händen zur Kugel formen. Für 30 bis 45 Minuten ins Gefrierfach geben. Ausrollen (funktioniert gut zwischen zwei Blatt Backpapier) auf 0,5 bis 1mm und ausstechen.

Backofen auf ca. 180°C Umluft stellen (Vorheizen ist nicht nötig). Die Backzeit variiert mit der Größe der Kekse.

Kekse abkühlen lassen und mit Zuckerguss verzieren. Trocknen lassen und genießen!

9. Oktober 2016

Waschmittel aus Kastanien herstellen


Werden zerkleinerte Rosskastanien mit Wasser gemischt, bilden die in ihnen enthaltenen Saponine (waschaktive Substanzen) einen seifenartigen Schaum. So lässt sich ein erstklassiges, umweltfreundliches und völlig kostenloses Flüssigwaschmittel herstellen!

Die einfachste Variante:
  1. Sammeln Sie sechs bis acht saubere Kastanien und teilen diese mit einem scharfen Messen jeweils in vier Teile. Die Schalen müssen nicht entfernt werden.
  2. Geben Sie die geviertelten Kastanien in 300 ml warmes Wasser und lassen die Mischung für etwa acht Stunden stehen.
  3. Verwenden Sie die Flüssigkeit ohne Kastanien für Ihre erste Wäsche!

Waschmittel auf Vorrat herstellen:
  1. Sammeln Sie einige Kilo Kastanien als Jahresvorrat und hacken diese solange sie noch frisch sind zu einem möglichst feinen Granulat. Die Stücke sollten nicht mehr als 3mm groß sein. Dies geht mit einem scharfen Messer, ist aber mit einer leistungsfähigen Küchenmaschine wesentlich einfacher. Vorsicht! Erst mit einer kleinen Menge testen da nicht alle Küchenmaschinen hierfür geeignet sind!
  2. Lagern Sie das Kastaniengranulat trocken.
  3. Geben Sie etwa 80g des Granulats in 300 ml warmes Wasser und lassen die Mischung für fünf bis sechs Stunden oder über Nacht stehen.
  4. Verwenden Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb gegossen als Flüssigwaschmittel bei 40°C (ohne Kastanienstücke)!

Kastanien eignen sich bestens als Standardwaschmittel für leicht bis mittel verschmutzte Wäsche. Es empfiehlt sich, etwa jede dritte Wäsche mit einem herkömmlichen (Bio-)waschmittel zu waschen um eine „Vergrauung“ der Wäsche zu verhindern. Industriell produzierte Waschmittel sind standardmäßig hierfür und die Beseitigung starker Verschmutzung ausgelegt und sollten genau für diesen Zweck benutzt werden. Die Kastanien können nach Verwendung im Biomüll entsorgt werden.

11. November 2015

7 Dinge, die Sie über Antibiotika wissen sollten

1. Antibiotika sind überlebenswichtige Medikamente
Antibiotika sind wichtige Medikamente für die Menschheit: Sie heilen bakterielle Infektionen, die noch vor wenigen Jahrzehnten tödlich waren. Antibiotika haben unterschiedliche Therapiewirkung, manche wirken gegen viele verschiedene Bakterienarten (Breitbandantibiotikum) und manche Antibiotika wirken nur gegen spezifische Bakterienarten.

© Greenpeace

2. Doch der übertriebene Einsatz in der Humanmedizin
Antibiotika werden einerseits zu oft verschrieben, sogar wenn keine bakterielle Infektion vorliegt (z.B. virale Halsentzündung, Grippe). Andererseits werden Antibiotika auch häufig nicht korrekt eingenommen, z. B. erfolgt die Einnahme ohne Verschreibung oder die Anweisungen der Ärztin / des Arztes werden nicht befolgt. In Österreich werden jährlich insgesamt 45 Tonnen Antibiotika in der Humanmedizin eingesetzt.

3. und der flächendeckende Einsatz in der Tierzucht
Um möglichst viele Tiere auf möglichst wenig Platz mit möglichst geringem Aufwand halten zu können, werden den Tieren in der Intensivtierhaltung flächendeckend Antibiotika verabreicht. Denn in einem Stall mit z. B. 2.000 Schweinen ist es fast unmöglich, ein krankes Tier zu identifizieren und zu behandeln. Gründe für Entzündungen und Infektionen gibt es aber viele: Bein- und Klauenverletzungen durch Spaltenböden ohne Einstreu, gegenseitige Verletzungen aufgrund von Platzmangel und Beschäftigungslosigkeit sowie das geschwächte Immunsystem von Jungtieren, die zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. In Österreich werden jährlich insgesamt 55 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt

4. treiben die Bildung multiresistenter Keime voran.
Je mehr Antibiotika in die Umwelt gelangen, umso schneller bilden Bakterien Resistenzen gegen diese. Erworbene Resistenzen können zwischen den Bakterien übertragen werden. Besonders gefährdet, sich mit multiresistenten Keimen anzustecken, sind LandwirtInnen und ihre Angestellten, TierärztInnen, Schlachthauspersonal, AnrainerInnen von Intensivtierhaltungsanlagen und Spitalsangestellte.

© Greenpeace

5. Infolge verlieren Antibiotika ihre Wirkung.
Gegen bestimmte Infektionen beim Menschen helfen nur noch sehr wenige Antibiotika. Selbst gegen Reserveantibiotika haben erste Bakterien bereits Resistenzen gebildet. In die Entwicklung der nächsten Antibiotika-Generationen wurde noch nicht ausreichend investiert. Laut EU-Behörden sterben in Europa aber jährlich bereits 25.000 Menschen an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein, da es noch kein standardisiertes Meldesystem gibt.

6. Die WHO warnt bereits vor einer post-antibiotischen Ära!
„Ohne ein rasches und koordiniertes Handeln aller Beteiligten steuert die Welt auf eine post-antibiotische Ära zu, in der normale Infektionen und kleine Verletzungen wieder tödlich enden können, obwohl sie bereits jahrzehntelang behandelbar waren.“

Infostand zum Thema Antibiotika auf der Mariahilferstraße in Wien
© Greenpeace Team Wien

7. Wollen wir uns schützen, müssen wir jetzt handeln.
  • Antibiotika gezielt nur zur Behandlung kranker Tiere einsetzen!
  • Kein Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung!
  • Kein Handel mit Tierarzneimitteln über das Internet!
  • Schlupflöcher schließen und Anreize vermindern!

20. August 2015

Ein Plastikmonster reist durch Österreich

Graz
© Greenpeace
Wie auch in den letzten Jahren gab es heuer wieder eine Infostände-Tour durch die meisten Landeshauptstädte Österreichs. Dieses Mal wurde sie allein von den Freiwilligen getragen und organisiert. Eine abgespeckte Version, versteht sich, aber natürlich trotzdem toll und effektiv.
Wir haben uns mit den Teams quer durch Österreich abgesprochen, Schlafplätze und Materialien vor Ort bereitzustellen, denn schließlich haben wir überall Ressourcen vor Ort, die wir aufzeigen und nutzen wollten. So konnte die Tour zum Thema Wegwerfplastik starten.

Am Sonntag Abend ging es endlich los, voll bepackt zum Bahnhof (Banner und Stangen, Petitionen und Flyer, Kapperl und Regenjacken,… – das selbst gebastelte Müllmonster war schon voraus gereist).

Linz
© Greenpeace

Vom 10. bis 17. August standen wir dann jeden Tag in einer neuen Stadt auf der Straße, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen ihre Taschen, „Sackerl“ mehr als einmal zu verwenden, Petitions-Unterschriften zu sammeln (für weniger Plastikverpackungen, ein Aus für Gratis-Plastiksackerl in den Läden, und gegen Mikroplastik in Hygiene-Artikel) und auch die verschiedenen Ladenketten ein bisschen nervös zu machen. Jede Stadt war dabei anders und es war sehr spannend die unterschiedlichen Charaktere der Landeshauptstädte zu erleben. Zu sehen, wie verschieden die Menschen auf unser grandioses Plastikmonster reagieren.

Salzburg
© Greenpeace

Innsbruck
© Greenpeace

Die Grazer waren recht interessiert und ließen sich gerne ansprechen, die Linzer und die Wiener waren da schon schwieriger zum Stehenbleiben und Zuhören zu bewegen, aber mit Hilfe der Banner mit den eindeutigen Botschaften, unseres Monsters und viel Motivation schafften wir es auch in diesen Städten mitzuteilen, warum wir hier auf der Straße stehen. Und wir trafen viele Leute die begeistert waren von dieser Kampagne.

Bregenz
© Greenpeace

In Salzburg dann war unser Monster nicht ganz so beliebt, dafür hatte hier ein Großteil der Menschen schon eine Stofftasche bei jedem Einkauf bei sich. In Innsbruck waren wir recht viele Freiwillige und machten am Stand etwas mehr Blödsinn, Spaß und Gaudi. Wir gingen es die zwei Tage etwas lockerer an und erreichten trotz oder dank dem viele Einkäufer/Konsumenten. Das Müllmonster hatte dann am Samstag in Bregenz seinen großen Tag, wurde zum Star und zur Touristenattraktion. Schlussendlich in Wien stellten wir uns dem schlechteren Wetter und den Menschenmassen auf der Mariahilfer Straße, wurden dafür aber auch mit den meisten Unterschriften am Tag belohnt.
Die Manager*innen der Superläden hingegen reichten von panisch-aggressiv über beinahe lächerlich, bis hin zu professionell und verständnisvoll freundlich.

Wien
© Greenpeace

Alles in allem war es eine schöne Tour, wir kamen in Kontakt mit vielen Menschen, haben uns unter einander kennen gelernt, manchmal zwar recht hart geschlafen und kalt geduscht, aber alle Ziele erreicht und viel Freude gehabt (und Schweiß, es war echt heiß).
Es war in jedem Fall ein tolles Erlebnis, das ich nicht missen mag.

2. August 2015

Zigaretten-Sammeln im Votivpark

Nach unseren Erfahrungen aus dem Waldmüllerpark waren wir auf ein stinkendes Sammelergebnis vorbereitet. Doch was sich im Gras des Sigmund-Freud-Parks an der Votivkirche verbarg, übertraf unsere Erwartungen. Zentral gelegen, touristisch stark besucht und als grüne Oase von Anwohnern und Studenten gern genutzt, wird der Park von der Stadtreinigung gut umsorgt. Doch die Zigarettenstummel bleiben dabei unbeachtet liegen.

Die "Ausbeute" aus dem Waldmüllerpark
© Greenpeace Team Wien

Heute präsentierten wir unsere Ergebnisse vom Waldmüllerpark (ca. 8000 Zigarettenfilter) und machten uns gleichzeitig daran, die zentrale Wiese des Sigmund-Freud-Parks von den Stummeln zu befreien. In fünf Stunden kamen wir leider nicht sehr weit, da die Menge an Filtern das Vorankommen enorm verlangsamten.

Auf dem ersten Blick ein sauberer Park
© Greenpeace Team Wien

Letztendlich schafften wir nur etwa die Hälfte der Wiese zu dekontaminieren. Die Menge des gesammelten Restmülls war dabei relativ gering und ließ sich in einem öffentlichen Mülleimer entsorgen. Der Berg an gesammelten Zigarettenfiltern jedoch wuchs und wuchs.

Alle paar Zentimeter ein Zigarettenstummel
© Greenpeace Team Wien

Nach einer groben Schätzung kamen am Ende etwa 15.000 Stummel zusammen. Auf der gereinigten Fläche von knapp 2.500 Quadratmetern (ungefähr ein Zehntel des Parks) macht das 6 Filter pro Quadratmeter. Auf dieser Wiese gibt es keinen freien Fleck, auf dem man nicht auf Zigarettenfiltern sitzt.

Eindrucksvolle Sammlung
© Greenpeace Team Wien

© Greenpeace Team Wien

Die Frage, die hin und wieder aufkommt, ist: Was kann man dagegen tun? Die Antwort ist jedoch simpel: Raucher, werft keine Tschickstummel auf die Wiese! Nehmt sie einfach mit zum nächsten Mülleimer. Leider mussten wir feststellen, dass es um die Wiese keine Mülleimer mit Ascherohr gibt. Die Wiener Straßenreinigung wurde diesbezüglich bereits kontaktiert.

Nachtrag: Unsere Anfrage an die Städtischen Gärten wurde positiv und schnell bearbeitet. Inzwischen sind rund um die Wiese Ascherohre angebracht. Wir rufen die Raucher dazu auf, diese auch zu benutzen. Danke.